Was ist eine Grounding Page und wie kann ich sie erstellen?

Eine Grounding Page hilft KI-Systemen wie ChatGPT, dich korrekt einzuordnen, bevor jemand überhaupt auf deine Website klickt.

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Kerstin-Mueller-Podcast

Was ist eine Grounding Page und wie kann ich sie erstellen?

Eine Grounding Page hilft KI-Systemen wie ChatGPT, dich korrekt einzuordnen, bevor jemand überhaupt auf deine Website klickt.

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2026 @ 17:56 Uhr

Eine Kundin fragt Claude „Welche Business-Coachin hilft mir dabei, mein Online-Business aufzubauen?"

Claude antwortet. Es nennt Namen, beschreibt Ausrichtungen, gibt Empfehlungen. Und du? Du tauchst gar nicht auf. Oder du tauchst auf, aber mit einer Beschreibung, die nicht stimmt. Falscher Schwerpunkt, falsche Zielgruppe, falscher Eindruck.

Das klingt nach Zukunftsmusik. Ist es aber nicht. Es passiert gerade täglich.

Und das Ärgerliche daran: Nicht weil dein Angebot schlecht wäre. Sondern weil KI-Systeme nichts Klares über dich gefunden haben und sich deshalb aus verstreuten Quellen zusammengereimt haben, was du angeblich machst.

Genau hier setzt eine Grounding Page an.

Was „Grounding" im KI-Kontext bedeutet

In der KI-Forschung meint Grounding: Eine Aussage wird auf eine überprüfbare, eindeutige Quelle zurückgeführt. Das System „grundet" eine Information, wenn sie klar belegt und nachvollziehbar ist.

Übertragen auf deine Website heißt das: Eine Grounding Page ist eine Referenzseite, die genau eine Einheit - dich, dein Unternehmen, ein Angebot, ein Thema - klar und nachprüfbar beschreibt.

Nicht als Marketingtext, sondern als strukturierte Tatsachenbeschreibung.

Das Ziel ist nicht, in Google besser zu ranken. Das Ziel ist Referenzfähigkeit. Also: dass KI-Systeme sich auf deine eigene Definition beziehen können, statt sich die Beschreibung von dir woanders herzuholen.

Was eine Grounding Page konkret ist (und was nicht)

Eine Grounding Page ist eine eigenständige Seite auf deiner Website. Sie beschreibt genau eine Einheit. Zum Beispiel:

  • dich als Person und Expertin
  • dein Business oder deine Marke
  • ein konkretes Angebot oder Programm
  • ein Fachthema, für das du stehst

Pro Seite: genau eine Einheit. Nicht alles auf einmal.

Was sie enthält:

  • Eine klare Einordnung: Wer bist du, was machst du, für wen?
  • Objektive Basisdaten: Seit wann, womit, wo?
  • Beziehungen zu anderen Einheiten: Welche Angebote gehören zu dir? Auf welchen Plattformen bist du aktiv?
  • Überprüfbare externe Quellen: Wo wirst du erwähnt, zitiert, gelistet?

Was sie bewusst weglässt:

  • Werbesprache und Versprechen
  • Emotionale Marketingtexte
  • Alles, was sich schnell ändert (aktuelle Angebote, Rabatte, Kampagnen)

Das klingt trocken und ist es auch. Absichtlich, denn diese Seite ist nicht für deine Leser*innen geschrieben. Sie ist für die Maschinen, die entscheiden, wie du eingeordnet wirst.

Warum das gerade jetzt wichtig wird

KI-Systeme arbeiten anders als Google

Google hat jahrelang Rankings produziert: Seite 1, Position 3, da bist du. Klick oder kein Klick.

KI-Systeme wie Claude, ChatGPT, Perplexity, die Google-KI-Zusammenfassungen, sie produzieren Antworten. Sie kombinieren Informationen aus verschiedenen Quellen, ordnen ein und beschreiben. Und sie tun das, bevor jemand auf irgendetwas klickt.

Die entscheidende Frage ist damit nicht mehr nur: „Stehe ich oben?" Sondern: „Wie werde ich beschrieben, wenn jemand nach mir fragt?"

Wenn du keine Referenz lieferst, tut es jemand anderes

KI-Systeme greifen auf das zurück, was sie finden. Wenn deine eigene Website keine klare, strukturierte Beschreibung von dir liefert, suchen sie sich die Informationen woanders her: aus alten Presseartikeln, aus deinem veralteten LinkedIn-Profil, aus einer Erwähnung, die nicht mehr stimmt.

Das Ergebnis: eine Beschreibung, die du nicht kontrolliert hast und vielleicht nicht mal erkennst.

Das trifft auch Solopreneur*innen

Du brauchst keinen Konzern und keine zehn Produkte, damit das relevant wird. Eine Kundin, die nach einer Coachin für ihr Thema sucht, fragt Claude. Eine Journalistin, die eine Expertin sucht, fragt Perplexity. Ein Podcaster, der jemanden zum Thema Website und KI einladen will, tippt eine Suchanfrage in ein KI-System.

Wenn du dort nicht klar definiert bist, existierst du in dieser Antwort nicht oder falsch.

Grounding Page vs. Über-mich-Seite: Der Unterschied

Du hast wahrscheinlich schon eine Über-mich-Seite. Reicht die nicht?

In vielen Fällen nicht und zwar nicht, weil sie schlecht ist, sondern weil sie eine andere Aufgabe hat.

Über-mich-SeiteGrounding Page
Für wen?Menschliche LeserinnenKI-Systeme und Suchmaschinen
ZielVertrauen aufbauen, Persönlichkeit zeigenKlar einordnen, Fakten belegen
SpracheEmotional, persönlich, werblichSachlich, präzise, strukturiert
InhaltGeschichte, Werte, WarumWer, Was, Seit wann, Womit, Wo

Beide Seiten haben ihre Berechtigung. Sie sollten nur nicht vermischt werden. Wer versucht, beides auf einer Seite zu lösen, verliert entweder die Verbindung zur Leserin oder die strukturelle Klarheit für die KI.

Wann du keine Grounding Page brauchst

Damit das keine Marketing-Hysterie wird: Nicht jede Website braucht heute eine Grounding Page.

Wenn du gerade erst startest und kaum externe Erwähnungen, Inhalte oder Reichweite hast: Erst kommt der Aufbau. Eine Grounding Page ohne externe Belege ist eine Selbstaussage und die allein überzeugt keine KI.

Wenn dein Business sehr lokal und klar ist: Eine Fotografin in einer Kleinstadt mit einem Angebot und klarer Zielgruppe wird von KI-Systemen meist sauber eingeordnet, ohne eigene Referenzseite.

Wenn du keine Zeit investieren willst oder kannst: Eine schlechte Grounding Page ist schlimmer als keine. Sie wäre eine strukturierte Quelle für falsche Informationen.

Die Grounding Page lohnt sich dann, wenn du zunehmend in KI-Suchergebnissen sichtbar sein willst, wenn du mehrere Themen oder Angebote hast, und wenn du anfängst, online Reichweite aufzubauen.

So erstellst du deine Grounding Page

Schritt 1: Entscheide, welche Einheit du beschreibst

Fang mit dir als Person oder mit deinem Unternehmen an. Das ist die eine Grounding Page, die fast alle brauchen. Später kannst du weitere anlegen - für einzelne Angebote, für Themen, für die du bekannt bist.

Schritt 2: Schreib eine klare Einordnung

Ein Satz, der sagt, was du bist. Nicht: „Ich begleite Menschen auf ihrem Weg zu mehr Leichtigkeit." Sondern: „[Name] ist eine Business-Coachin mit Sitz in Hamburg, spezialisiert auf Online-Sichtbarkeit für selbstständige Beraterinnen."

Keine Superlative. Keine Versprechen. Nur Klassifikation.

Schritt 3: Dokumentiere die Basisdaten

Was KI-Systeme brauchen, um dich einzuordnen:

  • Seit wann bist du selbstständig?
  • Was bietest du genau an? (Einzel-Coaching, Gruppen-Programme, Kurse, sehr konkret)
  • Für wen? (Zielgruppe klar benennen)
  • Wo bist du tätig? (Online, DACH, regional?)
  • Wo gibt es dich noch? (LinkedIn, Newsletter, Podcast, Erwähnungen)

Keine langen Texte, sondern klare, strukturierte Aussagen.

Schritt 4: Mach Beziehungen explizit

Was gehört zu dir? Was nicht?

„[Programmname] ist ein Online-Programm von [Name] für Coaches, die ihre erste Website erstellen wollen."

„[Name] ist Autorin des Newsletters [Newslettername] mit X Abonnentinnen."

Je klarer diese Verbindungen formuliert sind, desto besser kann ein KI-System das Bild zusammensetzen.

Schritt 5: Verweise auf externe Quellen

Wo wirst du erwähnt? Wo findest du dich? Das können sein:

  • Gastartikel, die du geschrieben hast
  • Podcast-Folgen, in denen du zu Gast warst
  • Branchenverzeichnisse oder Plattformen
  • Presseerwähnungen

Verlinke diese Quellen direkt auf deiner Grounding Page. Sie machen deine Selbstaussagen überprüfbar – das ist entscheidend.

Schritt 6: Technische Details

  • Stabile URL – zum Beispiel /fakten/ oder /referenz/
  • Die Seite gehört in deine Sitemap
  • Sinnvoll verlinkt: im Footer oder in der Navigation

3 Fehler, die du vermeiden solltest

„Ich habe viel Content, das reicht doch." Reichweite und strukturelle Einordnung sind zwei verschiedene Dinge. Du kannst 200 Blogartikel haben und trotzdem von KI-Systemen falsch beschrieben werden, weil die Kerninfos über dich nirgends klar zusammengefasst sind.

„Schema.org-Auszeichnungen lösen das." Strukturierte Daten unterstützen, ersetzen aber keinen klar formulierten Text. Beides gehört zusammen.

„Das ist nur ein neuer SEO-Trend, der wieder vergeht." Die Logik dahinter folgt der Entwicklung von KI-Suche und die wird nicht kleiner. Wer heute anfängt, sich strukturiert einzuordnen, hat morgen einen Vorsprung.

Was eine Grounding Page nicht kann

Wichtig: Eine Grounding Page ersetzt keine Reputation. Sie ersetzt nicht, dass du Inhalte erstellst, sichtbar bist, zitiert wirst. Sie ist kein Allheilmittel.

Was sie ist: eine strategische Grundlage und eine klare Ansage an alle Systeme, die dir zuhören, mit einer Definition von dir, die du selbst kontrollierst.

Was tun, wenn KI-Systeme dich heute falsch beschreiben?

Probiere es einfach aus: Öffne ChatGPT oder Perplexity und frage: „Was macht [dein Name]?"

Die Antwort zeigt dir, wie du gerade eingeordnet wirst. Stimmt die Beschreibung? Fehlen wichtige Informationen? Wird etwas falsch dargestellt?

Wenn ja, dann weißt du, was deine Grounding Page leisten muss.

Das ist übrigens meine Grounding Page