Shownotes

Ich bin total happy, denn ich führe heute mein erstes Interview. Meine Interviewpartnerin ist Susanne Jestel aus Berlin. Susanne ist Fachfrau für beziehungsorientierte Marketing-Kommunikation. Was das ist, erklärt sie euch dann auch. Wir werden über folgende Themen reden. Wozu brauche ich eigentlich eine Webseite? Positionierung bzw. Aufbau deiner Marke. Susanne wird dir auch erklären, was eigentlich dieser Begriff Positionierung bedeutet. Wie findest du die passenden Kunden für dein Business? Und dann gibt es am Ende noch Tipps aus der Praxis von Susanne und mir.

Links:
www.wundersame-website-welt.de
Webseite von Susanne Jestel
Design Katja Jaeger
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Interview im November 2017 mit Susanne Jestel

Das sind die Themen:

  • Wozu brauche ich eigentlich eine Webseite?
  • Positionierung bzw. Aufbau deiner Marke
  • Wie findest du die passenden Kunden für dein Business?

Es geht los!

Kerstin Müller: Ich würde sagen, du stellst dich einfach mal kurz vor. Erzähl doch mal kurz meiner Zuhörerin, meinen Zuhörern, wer du bist und wo eigentlich herkommst und warum du hier bist.

Susanne Jestel: Genau. Erstmal vielen Dank, dass ich hier sein darf, liebe Kerstin. Ich freue mich, dass ich die erste Interviewpartnerin bin. Genau, wir haben es uns gemütlich gemacht mit Kaffee und Wasser trotz blauen Lichtes und haben uns schon ein bisschen eingestimmt auf dieses große Thema Marketing, auch im Hinblick auf das Thema Webseite. Wir kennen uns jetzt seit gut anderthalb Jahren und das finde ich richtig klasse, dass wir uns kennengelernt haben.

Kerstin Müller: Ich glaube, es sind inzwischen sogar mehr Jahre :-)

Susanne Jestel: Wir arbeiten auch schon eine ganze Weile zusammen und ich komme eigentlich ursprünglich aus dem Design. Das heißt ich bin seit gut 25 Jahren selbstständig. Ich hatte in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts 10 Jahre lang ein kleines Unternehmen für Bademoden und bin immer schon selbstständig und habe mich dann aber entschlossen mehr und mehr mich auf die Kommunikation zu stürzen. Habe eine Weiterbildung gemacht zur PR-Fachfrau und bin jetzt seit 15 Jahren unterwegs auch wieder freiberuflich, unterstütze kleine Unternehmen, Organisationen, Solo-Selbstständige und Freiberufler dabei, sichtbarer zu werden für ihre Kunden. Das ist Marketing-Kommunikation. Mir ist es sehr wichtig zu sagen, dass das beziehungsorientiert ist, weil es mir darum geht, dass meine Kunden wirklich echte Beziehungen zu ihren Kunden aufbauen.

Kerstin Müller: Okay, ich ergänze nochmal kurz. Ich wollte kurz erzählen, wo ich die Susanne kennengelernt habe. Ich hatte nämlich mal eine Idee, ein Projekt. Das habe ich mit Susanne und noch mit einer anderen Freundin, mit der Katja Jaeger, Designerin, wir haben ein Projekt zusammen gemacht, leider nur ein Jahr, weil wir dann aus den Räumen raus mussten. Das war die Remise Steglitz und dort habe ich Susanne kennengelernt, weil Susanne uns damals das ganze Marketingkonzept erstellt hat und Susanne hat damals zum ersten Mal, für mich noch böhmische Dörfer, ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nie was von Positionierung gehört und geschweige denn, was es bedeutet, Mehrwert zu liefern. Susanne hat uns da auf den richtigen Weg gebracht und das ist mit ein Grund, warum ich sie eingeladen habe, weil mich das tief beeindruckt hat und es mein Business-Leben tatsächlich auch nachhaltig verändert hat. Ich kann also wirklich sagen, dass Susanne den Grundstein für mein eigenes Business gelegt hat. Nur nochmal kurz zur Ergänzung. Umso mehr freue ich mich, dass du da bist und mir Rede und Antwort stehst ;-).

Susanne Jestel: Ja super, vielen Dank.

Kerstin Müller: Dann steigen wir auch gleich ein. Die Punkte habe ich ja am Anfang erwähnt. Wir steigen ein mit dem ersten Punkt und Susanne wird ein bisschen darüber erzählen, wozu du eigentlich eine Webseite brauchst oder in ihren Augen, was wichtig ist bei dem Thema.

Susanne Jestel: Genau. Kerstin, du machst ja wunderschöne Webseiten und zwar für Gründerinnen, die noch nie eine Webseite hatten, aber auch für Menschen, die ihre Webseite verbessern wollen. Ich erlebe das auch immer in meinem Beratungsalltag, dass die Webseite dann eine große Rolle spielt in der gesamten Kommunikation. Ich möchte nochmal so ein bisschen aus dem ganzen Bild raus-zoomen, weil wir jetzt schon sehr an der Webseite kleben und frage dich, liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer, wozu brauchst du eigentlich eine Webseite? Was ist eigentlich Sinn und Zweck deiner Webseite? Wenn du das dir ein bisschen mehr beantwortest, bist du schon einen großen Schritt weiter. Bei einer Webseite geht es doch da drum, dass sich potenzielle Kunden oder Interessenten ein Bild machen können von deinem Business, von deinem Angebot. Eine Webseite ist im Prinzip wie ein Schaufenster, in dem du deine Leistungen oder deine Waren präsentierst und wo ziemlich schnell klar sein muss für den Betrachter, ist das was für mich? Werden hier meine Probleme gelöst? Habe ich da Bock drauf und verstehe ich überhaupt was da angeboten wird? Das heißt eine Webseite ist in erster Linie dazu da, klarzumachen für den Betrachter, werde ich hier abgeholt? Ist das für mich relevant? Habe ich da Lust drauf und vertraue ich der Person, die hinter dieser Webseite steht? Eine Webseite ist außerdem die Basis für alle deine Online-Aktivitäten und insofern halte ich es für absolut notwendig in den heutigen Zeiten eine Webseite zu haben. Also in irgendeiner Form eine Web-Präsenz, die du selbst beeinflussen kannst, wo du dich selbst darstellen kannst und wo du für deine passenden Kunden die wichtigsten Informationen online bereitstellt. Denn das ist letztendlich der Sinn und Zweck einer Webseite. Du stellst für Interessenten oder potenzielle Kunden wichtige Informationen bereit.

Kerstin Müller: Ich gehe da mal kurz rein, weil das ist eine schöne Visualisierung, nämlich das Schaufenster. Wenn wir an einem Laden vorbeigehen, dann schauen wir in das Schaufenster rein und genau so sollte im besten Falle auch die Website funktionieren. Das ist, was Susanne auch meint, das ist quasi deine Visitenkarte. Früher haben wir nur Visitenkarten verteilt. Das tun wir immer noch und das ist immer auch noch wichtig. Aber es geht wirklich darum, dich zu zeigen. Deine Website ist dein Schaufenster, wo Menschen reinschauen und sehen können, was du tust und für was du stehst.

Susanne Jestel: Genau und das ist letztendlich auch der zentrale Punkt. Sich immer wieder in die Kundenperspektive zu versetzen. Das heißt, guck doch mal oder überprüf doch mal wie du andere Webseiten betrachtest? Das heißt, welche unausgesprochenen Fragen hier eigentlich beantwortet werden müssen. Das sind die Fragen, ist das was für mich? Verstehe ich, was hier angeboten wird? Habe ich Vertrauen und finde ich mich zurecht? Ist das sympathisch? Das sind ja alles Fragen, die du dir stellst, wenn du selber eine Webseite anguckst. Es gibt noch einen weiteren Aspekt aus meiner Sicht. Nämlich wirklich zu gucken, was ist eigentlich das Ziel der Webseite? Was willst du eigentlich damit erreichen? Die Webseite ist letztendlich in Anführungsstrichen „nur“ eine Möglichkeit, ein Kanal, mit dem du deine Botschaften und deine Informationen deinen Lesern und Betrachtern zugänglich machst. Jetzt kann man aber weiterüberlegen, was ist denn der nächste Schritt, den Betrachter deiner Webseite gehen sollen? Das heißt möchtest du mit der Webseite verkaufen? Oder ist es einfach nur eine Visitenkarte? Oder möchtest du eine längerfristige Beziehung zu deinen Kunden aufbauen?

Kerstin Müller: Ja cool. Ich hatte am Anfang erzählt, dass wir zusammen dieses Projekt in der Remise Steglitz gemacht haben und da hatten wir auch so kleine Workshop-Formate. Ein Format war der Website-Check, den haben Susanne, Katja und ich regelmäßig einmal im Monat veranstaltet. Das war echt ein tolles Format. Es gab immer 3 Webseiten, die wir uns angeschaut haben und 5 bis 7 Zuhörer, die was lernen wollten. Wir haben keine vorstellungsrunde gemacht, sondern wir haben uns immer eine Website nach der anderen vorgenommen und alle mussten auf die Startseite drauf schauen, ungefähr den Ausschnitt, den man hat, wenn man sich eine Website anschaut. Das war wirklich sehr beeindruckend. Dann sollten alle sagen, was der- oder diejenige für ein Thema hat und ob man versteht, um was es in dieser Website geht. Das waren teilweise wunderschöne Webseiten, wirklich schön designed und auch toll aufbereitet, guter Text und trotzdem muss man einfach als Fazit sagen oder Susanne, dass bei ca. 60 Prozent oder vielleicht sogar mehr man nicht wusste, was der- oder diejenige eigentlich damit sagen möchte.

Susanne Jestel: Genau. Beziehungsweise das interessiert mich in dem Moment gar nicht als Kunde, sondern meine Perspektive ist doch, verstehe ich, was ich hier bekommen kann. Das kam eben in den seltensten Fällen raus. Das heißt, es waren ganz oft die typischen Fehler, dass die Startseite überfrachtet war und eher aus der Anbieterperspektive gestaltet. Das heißt es wurde immer gesagt, ich biete, hier bekommst du und so weiter. Auf die Frage, was habe ich denn davon als Kunde, das wurde gar nicht behandelt. Das ist ja auch ganz normal, weil man tatsächlich für die eigene Seite irgendwann eine bestimmte Betriebsblindheit hat. Das heißt, es ist immer wichtig, dass man versucht aus der Kundenperspektive rauszugucken und nicht zu sagen, aus dieser Anbieter Perspektive, ich muss hier alles unterbringen, sondern wirklich aus der Kundenperspektive darauf schaut und sagt, es wird klar, um was es hier geht und was ich hier bekomme und für wen das was ist.

Kerstin Müller: Das ist doch eine schöne Überleitung, wenn du jetzt nichts weiter zu sagen hast, die nächste Überleitung zu unserem nächsten Punkt in meinen Augen. Ist das okay?

Susanne Jestel: Ja, genau.

Kerstin Müller: Dann wäre jetzt der nächste Punkt, ich finde, das ist jetzt genau der Punkt, weil darum geht es nämlich dann im Großen, nämlich Positionierung bzw. den Aufbau deiner Marke. Das spielt direkt rein, dass nämlich viele in meiner Erfahrung tatsächlich diese Wege gar nicht gegangen sind und viele auch gar nicht wissen, was sie mit diesem Begriff eigentlich anfangen können und was sie machen müssen, um sich am Markt zu zeigen oder wie ist der nächste Schritt. Und deswegen unterhalten wir uns ja auch darüber. (Susanne: Genau) Deswegen sind wir bei uns am 2. Punkt Positionierung bzw. Aufbau deiner Marke. Da wollte ich dich jetzt einfach bitten, den Begriff “Postionierung” zu erklären, weil ich gemerkt habe, dass viele gar nichts damit anfangen können. Vor 2 Jahren, als du das Wort Positionierung erwähnt hast, musste ich erstmal fragen, was ist das eigentlich überhaupt, was meinst du eigentlich damit? Deswegen würde ich dich bitten, das kurz zu erklären und dass wir dann so ein bisschen darüber sprechen, was wir eigentlich brauchen, um am Markt irgendwie sichtbar zu werden.

Susanne Jestel: Genau. Da möchte ich dich einfach mal in dieses Modell einladen, was ich habe. Dass ich sage, auf der einen Seite stehst du mit deinem Business und auf der anderen Seite stehen die potenziellen Kunden. In der Mitte, da ist der Weg, nämlich die Marketing-Kommunikation. Das, sage ich immer, das ist so ein bisschen eine Brücke zu deinen Kunden. Das ist auch der Bereich, wo sich die Kundenreise und dazu sage ich dann später nochmal was, abspielt. Jetzt gucken wir erst mal, was ist denn auf der Seite des Unternehmens, also deines Business relevant? Was macht die Positionierung aus? Eine Positionierung sagt im Prinzip nichts anderes aus als das, was du für wen, wie anbietest.

Kerstin Müller: Nur, damit ihr das versteht, du Zuhörer. Ich habe gerade den Finger gehoben wie in der Schule und habe gefragt, ob ich was nachfragen darf. Susanne meinte, ja. Und zwar, was ich immer merke, wenn ich mit meinen Kunden, Kundinnen, spreche, ist, dass Marketing immer gleichgesetzt wird mit Werbung. (Susanne: Ja, das stimmt.) Das würde ich gerne auch an dieser Stelle einfach nochmal aufnehmen, dass Marketing natürlich irgendwas mit Werbung zu tun hat, aber wenn wir über Marketingmaßnahmen reden, dass wir eigentlich was anderes meinen. Oder wie siehst du das, Susanne? Natürlich hat Marketing was mit Werbung zu tun, aber Marketing ist eben halt eigentlich was anderes :-)

Susanne Jestel: Ja. Jetzt machst du natürlich das große Feld auf. Für mich ist Marketing alles das, was ich zwischen dem Business, also deinem Business, und den Kunden abspielt. Das ist für mich Beziehungsaufbau. Das heißt Marketing sind für mich, gerade für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige alle Aktivitäten, die dazu dienen für die passenden Kunden sichtbar zu werden und die auch dazu dienen und das finde ich das Interessante, was eben der Widerspruch ist zur Werbung, Werbung ist nämlich wenig glaubhaft und Werbung ist teuer. Ich finde es viel schlauer, wenn du dich zeigen kannst. Wenn du dich auf dem Weg zu deinen Kunden zeigen kannst und mit zum Beispiel kostenlosen Formaten kostenlosen Know-how, kleinen Einstiegsangeboten dich zeigst und schon einen Mehrwert für deine Kunden bietest. Das heißt schon, das Marketing ist Teil der Lösung des Problems deiner Kunden. Das ist jetzt ein bisschen abstrakt. Dazu sage ich gleich noch mal was auf der Kundenreise. Ich würde gerne erstmal jetzt bei der Positionierung bleiben, weil das haben wir jetzt gerade angeschnitten. Es ist einfach sinnvoll und wichtig zu gucken, was biete ich eigentlich für wen? Es gibt 3 zentrale Themen bei der Positionierung, die wichtig sind.

Denn eine Positionierung heißt nichts anderes als, dass du am Markt unterscheidbar wirst.

Das heißt, wenn ich zum Beispiel jemand suche, der mir eine Webseite macht, dann habe ich natürlich auch mit anderen Leuten schon zusammengearbeitet. Aber ich weiß, Kerstin macht WordPress-Seiten und auf eine bestimmte Art und Weise und die holt die Leute auch auf einen bestimmten Level ab. Ich weiß einfach wie du dich positioniert hast. Das heißt, ich weiß wie du dich von anderen Anbietern unterscheidest. Ich kenne auch Leute, die gehen da ganz anders ran. Die benutzen ein anderes Content Management System. Die sagen, sie machen alles und führen auch ihre Kunden nicht dahin, dass sie dann ihre Seite selber pflegen können. Das sind ja ganz unterschiedliche Dinge. Es gibt auch unterschiedliche Persönlichkeiten. Das heißt, das eine sind die absoluten Technikfreaks, die man überhaupt nicht versteht. Bei dir weiß ich, du bist technisch total fit und top, aber du kannst es mir auch so vermitteln, dass ich als nicht Technik affine Person das verstehe. Das ist mir ganz wichtig. Das ist eine Positionierung. Das heißt dieses Unterscheidbare, was ist besonders?

Viele verwechseln auch dieses Unique-Selling-Preposition, diesen “USP”, das Alleinstellungsmerkmal. Das ist was, was aus meiner Sicht für Solo-Selbständige überhaupt nicht funktioniert. Sondern es geht um einen persönlichen Mix. Wenn du an deiner Positionierung arbeiten möchtest, dann sind für mich 3 Bereiche wirklich wichtig. Das heißt du solltest dich beschäftigen mit deinen persönlichen Zielen und mit deiner persönlichen Motivation. Wie willst du mit deinem Business leben und arbeiten? Was für einen Sinn willst du eigentlich damit stiften? Also so eine größere Mission. Was treibt dich an? Du sagst ja immer, wofür brennst du? Wo leuchten deine Augen? Das ist also ein sehr wichtiger Bereich, über den man sich klarwerden sollte. Dann geht‘s natürlich da drum, für wen ist denn das, was ich kann und was ich gerne mache, eigentlich sinnvoll? Was will ich denn für diese Leute erreichen, also für meine Kunden erreichen? Was genau ist eigentlich mein Angebot? Denn in diese Positionierung, so wie ich es verstehe, da fällt ganz viel. Da fallen auch die eigenen Interessen, das ist auch ein bisschen mehr als wirklich dieses reine Businessorientierte. Wenn ich affin bin, was Filme angeht oder Show oder bestimmte Coaching-Form oder, oder. Da gibt’s so viele Dinge, die meinen persönlichen Mix beeinflussen.

Kerstin Müller: Das heißt, das hat auch ein bisschen was mit Psychologie zu tun? Das heißt, ich muss mich eigentlich relativ gut kennen auch so ein bisschen, wenn du sagst USP, gibt es so nicht für Solopreneure. Ich glaube, dass es einfach wahnsinnig schwer ist, herauszufinden wofür man brennt. Man hat am Anfang wahrscheinlich eine Idee und denkt, okay, das könnte irgendwie was sein. Aber wahrscheinlich hat es doch viel mehr mit uns zu tun, als wir uns das vorstellen können. Das ist auch die Kunst wahrscheinlich da dahinter zu kommen, das herauszufinden. Ich finde auch immer das Thema Talente und Stärken ganz gut. Was kann ich eigentlich gut? Wofür brenne ich? Was kann ich gut? Geht das so ein bisschen in die Richtung, die du meinst?

Susanne Jestel: Auf jeden Fall und ich sage dir ein kurzes Beispiel. Ich habe gerade eine Klientin in einer Beratung, die macht so im weitesten Sinne, also die ist sehr gut, was Texten angeht, aber hat auch Beraterqualitäten. Texte und Schreibcoaching, das brauchen sehr viele Zielgruppen. Sie hat sich so ein paar Zielgruppen ausgesucht und arbeitet gerne mit jungen Menschen zusammen, aber auch mit Unternehmen. Wir haben lange überlegt, wie wir diese ganzen Zielgruppen unter einen Hut kriegen. Plötzlich brach es so richtig aus ihr heraus und sie sagte, ach eigentlich will ich am liebsten mit Studenten arbeiten. (Kerstin: Super) Und das ist genau das. Da merkte ich, jetzt kommt sie dem, was sie eigentlich machen möchte, viel näher und es ist ein Prozess. Das kann man und deswegen darf man auch da nicht ungeduldig sein. Ich denke, eine Positionierung ist ja auch nichts Starres. Das sieht man gerade bei dir. (Kerstin: Ja) Und bei mir übrigens auch. Eine Positionierung verändert sich auch im Kern, im Persönlichkeitskern oder einem Markenkern. Da bleibt sicherlich ganz viel, aber die äußere Form, die kann sich ein bisschen verändern. Weil sich der Markt verändert und weil wir uns ja auch weiterentwickeln.

Kerstin Müller: Das finde ich nochmal einen ganz guten Ansatz, auch so ein bisschen die Erlaubnis zu haben sich zu verändern und sich selbst die Freiheit zu lassen, sich weiter zu entwickeln.

Susanne Jestel: Genau.

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