Jonas schreibt auf self-tenure.website darüber, wie man sich als Nachwuchswissenschaftler ein Nebeneinkommen aufbaut. Dazu betreibt er außerdem neben seiner Tätigkeit als Doktorand einen Onlineshop für Socken, die man nach dem Waschen schneller sortiert bekommt. Beide Websites laufen natürlich mit WordPress.

Der Einstieg

Das erste WordPress-Theme für den Online-Shop habe ich anhand der Vorschau in der Theme-Übersicht ausgesucht und bin bei Fruitful gelandet.
 
Installation Theme
 
Das Design war allerdings nicht so der Renner. Von der Platzeinteilung genau richtig, schön schlicht, aber etwas altbacken. Deswegen habe ich nach etwa sechs Monaten auf ein anderes Theme umgestellt, auf Storefront.

Nach der Umstellung meldet sich auf einmal Yoast mit einer Warnung: „Your homepage cannot be indexed by search engines. This is very bad for SEO and should be fixed.“. Keine weiteren Infos. Nur die Warnung. Na toll…

Zwei Wochen lang Fehlersuche

Immerhin: Nur sockenpaket.de ist betroffen, self-tenure.website läuft wie gewohnt. Also kann es schon mal nicht am Hosting-Provider liegen.

Da die Fehlermeldung von Yoast keine weiteren Informationen liefert, folge ich dem Vorschlag von Yoast, melde sie bei ryte.com an und lasse deren Analyse drüber laufen. (Ryte.com ist ein Online Analyse Tool für deine Webseite.)
 
Nicht Indizierbar Ryte
 
Damit lässt sich der Fehler immerhin schon einschränken: Es gibt also einen internen Fehler auf dem Server. Da denke ich mir ganz naiv: „Damit lässt sich doch die schnell Ursache finden, dann ist das schnell behoben“. Die Fehlersuche beginnt!

Im Hauptjob arbeite ich viel mit Linux, Matlab und LaTeX. Bei diesen sehr programmierlastigen Themen werde ich bei Problemen fast immer bei StackExchange (Das ist eine Plattform auf du Fragen stellen kannst, also ein Forum) oder in ähnlichen Communities fündig. Und hinterher versteht man, warum es zuerst nicht geklappt hat und ich lerne was dabei.

Aus Gewohnheit fange ich mit meiner Standard-Strategie beim Debugging („Ein Debugger ist ein Werkzeug zum Diagnostizieren und Auffinden von Fehlern in Computersystemen, dabei vor allem in Programmen, aber auch in der für die Ausführung benötigten Hardware.“ Quelle: Wikipedia) an: Fehlermeldung mit Copy und Paste in die Suchmaschine eingeben und die Suchergebnisse nach brauchbaren Hinweisen durchsuchen.

Und wie so oft bei WordPress, geht das nicht auf: Viele Seitenbetreiber haben ganz offensichtlich ihre Hausaufgaben in SEO (Suchmaschinen Optimierung) gemacht. Viel öfter als mir lieb ist, lande ich auf Seiten, die keine relevanten Informationen zu meinem Problem enthalten. Die dort beschriebenen Probleme sind oberflächlicher als das Problem, das ich jetzt habe.

So geht dann die Zeit schnell rum, ohne dass ich weiterkomme und ruckzuck habe ich vier Tage hintereinander jeweils eine Stunde in das Problem investiert.

Eine wichtige Erkenntnis

99.9% der Probleme auf die du stößt, haben andere schon besser gelöst, als du es jemals könntest.

Das habe ich zwischenzeitlich bei einer anderen WooCommerce-Baustelle wieder mal gemerkt: Die Abwicklung von Bestellungen möchte ich in Zukunft weiter automatisieren. Deswegen habe ich u. a. ein Pythonscript (Phyton: Programmiersprache) geschrieben, das aus den E-Mails zu neuen Bestellungen, die relevanten Daten raussucht und die Rechnungen automatisch erstellt. Das war relativ viel Aufwand und lief trotzdem nicht richtig robust.

Und dieser Lösungsweg ist eigentlich überflüssig.

WooCommerce hat eine API (Automatic Programming Interface: eine Programmierschnittstelle zu anderen Systemen), über die ich Bestellungen automatisch direkt aus der Datenbank auslesen kann. So kannst du es dir sparen, die Textfelder aus einer E-Mail automatisch zu erkennen und zuzuordnen. Und für die API gibt es auch schon eine Python-Bibliothek (In Bibliotheken sind schon vorgefertigte Dinge, die du nutzen kannst).

Wie finde ich die schon vorhandene Lösung zu meinem Problem?

Die überwältigend große Auswahl an Themes habe ich schon im ersten Absatz angeschnitten. Auf der Suche nach einem guten Plugin um Testimonials einzubinden, stand ich vor der Qual der Wahl: Die Plugin Suche mit dem Stichwort „Testimonials“ liefert 518 Treffer. Schon die ersten zehn Suchergebnisse klingen in der Beschreibung so, als würden die Plugins das machen, was ich suche. Mit dem Problem schlage ich mich immer noch ab zu rum und nehme dann meistens das Plugin mit den meisten Downloads 😉

Der Schlüssel zur Problemlösung (in diesem Fall)

Im FAQ von Yoast bin ich schließlich fündig geworden. Dort wird einerseits der Mobile-Friendly-Test der Google Search Console vorgeschlagen. Im Gegensatz zum prominent vorgeschlagenen Ryte, kann man dort im Minutentakt überprüfen, wie es um die eigene Seite steht.

Übrigens: wenn du wissen möchtest wie du deine Seite in die Google Search Console eintragen kannst, da hat Kerstin einen Beitrag dazu geschrieben.

Andererseits wird dort auch beschrieben, wie man am Besten vorgeht, wenn Plugins inkompatibel sind.
 
Mobile Friendly Test Google
 
Das ist schon ein großer Vorteil. Mit dem schnellen Check von Google kann man dann auch einfach mal rum probieren, um den Fehler zu finden und merkt direkt, wenn man ihn ausgeschaltet hat. Das ergänzt sich gut mit dem schrittweisen Vorgehen, um zu testen, ob irgendwelche Plugins sich in die Haare kriegen.

Das Vorgehen war dann wie folgt:

  1. alle Plugins deaktivieren: Google Tool sagt „Jetzt geht es wieder“
  2. Plugins nacheinander wieder aktivieren, bis Google Tool sagt „Nö, da läuft was nicht“

So war dann „MailChimp for WooCommerce“ als Übeltäter identifiziert.
Im Moment kommt sowieso kein so großer Strom von Kunden an, da sind die vom Plugin erhobenen Daten ohnehin nicht aussagekräftig und ich kann es vorerst deaktivieren. Jetzt habe ich zwar immer noch keine Ahnung, was genau inkompatibel war, aber jetzt kann die Website wieder indiziert werden.
 
Wieder Indizierbar
 

Was habe ich daraus gelernt?

Das systematische Vorgehen war mit meinen, noch am Anfang stehenden, WordPress-Kenntnissen nicht zielführend. Wenn du als Einsteiger eine WordPress-Seite aufsetzt, geht es dir wahrscheinlich nicht darum, WordPress zu meistern. Vielmehr ist die Website nur ein Werkzeug für ein anderes Ziel. Da ist es sinnvoll schon früher objektiv auf das zu Problem zu schauen und zu beurteilen, wie wichtig es ist, die Problemursache zu verstehen. In den meisten Fällen reicht es auch, das Problem nur zu lösen, auch ohne es zu verstehen.

Und vielleicht sollte ich im Browser mal Cookies für mehr als eine Sitzung zulassen, dann werden die Suchergebnisse vielleicht etwas spezifischer 😉

Wenn du noch Fragen hast, melde dich gern bei mir.

Dein Jonas

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